Schuljahr 1997/98 Zur Homepage des GRg 23/VBS
Homepage
Aktuelles
So arbeiten wir
Informationsmaterialien
Impressum
Sport
Software-Download
Erinnerungen
Wir über uns
Intranet
Nachmittagsbetreuung
Klassen-Homepages
Letzte Aktualisierung: Samstag, 23. Juli 2005

Jahresbericht 1997/98 im PDF-Format

Kreativwoche "Art Alpin"
auf der Lienzer Hütte / Osttirol
(28. 9. - 3. 10. 1997)

Besichtigung der Baustelle der neuen Schule (25.6.1997)

Das war 1997/98:

V_01

Wenn viele eine Schule „bauen, dann können sie was erzählen

Auf den ersten Blick könnte ein unvoreingenommener Beobachter ja meinen, in unserer Schule liefe alles seinen alten, gewohnten Gang, aber dieser erste Blick täuscht:
Immer stärker hat sich der Schulneubau und die kurz bevorstehende Übersiedlung dieses Schulalltags bemächtigt, und nicht nur der Bau selbst, auch die damit verbundene Vergrößerung der Klassenzahl und des Lehrkörpers (im Endausbau um etwa die Hälfte) wirft bereits Schatten voraus. Schon jetzt haben sie so manche Veränderungen gebracht. Die sind zunächst eher auf leisen Sohlen dahergekommen, inzwischen hört man die Schritte in Richtung Draschestraße aber schon sehr vernehmlich; zur Illustration einige Streiflichter aus den letzten zwei Jahren Bau-Geschehen:

  • wir erinnern uns, vielleicht ein bißchen wehmütig, ganz am Anfang war ein Schulschlußfest auf der „Gstettn, die einmal die neue Schule werden würde, die Sektgläser klirrten: „Auf die neue Schule!
  • dann die inzwischen legendäre Fotosafari eines unserer Künstler, der sich, an einen Zementkübel geklammert, vom Baukran in luftige Höhen hieven ließ, um den Baufortschritt wahrhaftig aus allen Perspektiven aufs Bild zu bannen
  • das Jahr darauf noch ein Schulschlußfestl (wie die Zeit vergeht, jetzt sind wir gerade erst hier auf der grünen Wiese gesessen, und jetzt!), diesmal bereits in der neuen Turnhalle, (unser Eindruck: ein Wahnsinn, die Dimensionen der Halle sind riesig),
  • das Schauspiel der Gleichenfeier mit traditionellen Sprüchen und guten Wünschen,
  • zahllose Besprechungen der Kustod/innen über die Wunschausstattung der neuen Sammlungsräume und des Konferenzzimmers (wieviele Steckdosen, im Plan bitte in Form von Schweineschnauzen einzuzeichnen, brauchen 100 bis 120 Lehrer/innen, und Preisfrage: wo sollten die Steckdosen dann am besten angebracht sein?),
  • währenddessen fielen am laufenden Bande Entscheidungen an, vor allem darüber, wer über welche Detailfragen (mit)entscheidet, aber die zu Entscheidungen Befugten müssen immer auch koordiniert werden, damit sie überhaupt gemeinsam etwas entscheiden können, zum Beispiel darüber, ob abgelegte Akten und alte Schularbeitshefte einen noblen Aufenthaltsort in einem „Archiv genannten Raum mitten im Verwaltungstrakt verdienen oder ob sich der Raum anders sinnvoller nützen läßt, indem man das zu archivierende Material kurzerhand in den Keller verbannt
  • dann das Auftauchen geheimnisvoller, fast bedrohlich wirkender Schlüsselpläne, die von uns mit „unendlich vielen Xn, Nummern und Symbolen versehen zu werden hatten (welcher Schlüssel, haben wir uns bange gefragt, wird dann tatsächlich wo sperren?),
  • zugleich die langwierigen Verhandlungen über die ästhetisch, psychologisch, technisch und finanziell beste Farbgebung von Garderobekästen und Türen;
  • der unter reger Beteiligung aller Schulpartner eben abgeschlossene Wettbewerb „Unser neues Schullogo, der die neue Realität noch ein Stück „handfester werden läßt (das neue Logo, es prangt schon auf dem Briefkopf - anziehend, aber noch völlig fremd! - vermittelt die Botschaft „Es ist wahr, der neue Abschnitt steht unmittelbar bevor!).

Und dazu immer neue Fragen: Sollen wir uns über die tolle Freiluftklasse und die großzügig geplanten Räumlichkeiten, die der Kunst(erziehung) gewidmet sind, freuen, oder ärgern wir uns lieber über die mehr als beengte Situation zwischen Straße, Gehsteig und Eingangsbereich? Wird das Biotop ein solches? Wer interessiert sich für die unverbindliche Übung „Rafting im Liesingbach? Wer wird das Buffet und die Küche betreiben, wo soll der Colaautomat stehen bzw. soll überhaupt irgendwo ein Colaautomat stehen? Wieviel Aufzahlung soll der Schule ein edler (als der normgemäße) fließender Vorhangstoff wert sein? Wann wissen wir endlich die neue Telefonnummer? Wird der riesige Mehraufwand, der durch die Doppelverwaltung entsteht, den Betroffenen wenigstens in irgendeiner Form abgegolten? Welche Firmen im Umkreis bieten sich als Sponsoren an, welche wollen wir als Sponsoren gewinnen? usw. usw.

Besonders zeitaufwändig war es heuer, die bevorstehende Aufteilung des Kollegiums auf zwei Standorte für zumindest zwei Jahre in den Griff zu bekommen: es war klar, daß die Umstände einige „pendelnde Lehrer/innen produzieren würden, weil das pädagogische Prinzip möglichst hoher Lehrer-Kontinuität für die Schüler/innen trotz der zwei Standorte gewahrt werden sollte. Nun ist schon in „normalen Jahren das Erstellen des Planes, welche/r Lehrer/in welche Klasse in welchem Fach unterrichten wird (dieser Plan wird kurz Lehrfächerverteilung genannt), ein schönes Stück Arbeit, verbessert durch etwas Hexerei; heuer mit der Auflage der zwei Standorte wuchs der Anteil an Hexerei beträchtlich, maßgeblich auch deshalb, weil der für die Lehrerzuweisung zuständige Stadtschulrat uns als „im Aufbau befindlicher Schule in unregelmäßigen Abständen immer neue Kolleg/innen zuwies, die unverzüglich in die Lehrfächerverteilung miteinzuplanen waren – insgesamt dürfte die Zufriedenheit mit der endgültigen Lehrfächerverteilung den sonst bei uns üblichen hohen Grad heuer nicht ganz erreichen ...

Unbedingt erwähnen wollen wir hier etwas sehr Erfreuliches: Die Zusammenarbeit mit dem leitenden Architekten, dem Bauleiter und seiner Crew, aber auch mit den bisher tätigen Firmen  war bisher wirklich äußerst angenehm, besonders wenn man im Vergleich dazu Horrorgeschichten von anderen Schulneubauten oder -renovierungen der letzten Zeit in Wien im Ohr hat. Die Kommunikation (zugegeben, oft der schnelle Griff zum Handy) hat hier toll funktioniert, und wir wünschen uns nur, daß dies auch in der letzten Phase des Baus, wenn alle Möbel geliefert (oder auch nicht /alle/ geliefert?) werden, so bleibt. Weniger friktiondfrei war dagegen unser Kontakt mit den zuständigen Behörden, wo doch neben viel Engagement und Fachwissen mitunter auch Ignoranz und Planlosigkeit zum Vorschein kamen.

Inzwischen ist die Detailplanung für die Eröffnung im September längst angelaufen, verschiedene Szenarien werden, je nach persönlichem Naturell und Einblick in die Lage, durchgespielt: das einzige, was darin feststeht, ist, daß genug Schüler/innen in der neuen Schule anwesend sein werden - es sei denn, der Zubringerverkehr bricht unter der neuen Last zusammen (laut Verkehrsbetrieben aber nicht zu befürchten, da die entscheidenden Linien alle verstärkt werden); alles andere ist weniger sicher, also ob diese neuen und natürlich die „alten aus Meidling übersiedelten Schüler/innen auf neuen Sesseln vor neuen Bänken sitzen werden, ob jede Klasse bereits eine Tafel und die Schule Kreide haben wird, ob in Biologie und in Werken in den Sammlungsräumen noch gähnende Leere herrschen wird, ob der Stadtschulrat bis dahin für die in der bilingualen 5. Klasse unterrichtenden native speakers einen brauchbaren Vertrag zustandegebracht haben wird, ob die Außensportanlagen schon benutzbar sein werden, ob in der Küche schon jemand kochen bzw. Essen wärmen wird, ob die Lehrer/innen im Konferenzzimmer ihre Hefte auf neuen Sesseln oder auf Bananenkisten sitzend korrigieren werden – who knows for certain ... so gesehen wird es ein spannender Schulanfang, noch spannender als sonst!

Aber spätestens am ersten Samstag des neuen Schuljahres, wenn das große interne Eröffnungsfest steigt (der Termin der offiziellen Eröffnung richtet sich nach dem von der EU-Präsidentschaft stark überlasteten Terminkalender der Frau Ministerin und kann noch länger auf sich warten lassen), wird klar sein, daß sichs in dieser neuen Schule (gut) leben und lernen läßt.