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Wer stünde heuer nicht im Banne der Jahreszahl 2000! Aber ob wir gerade die ersten Monate eines neuen oder (richtigerweise) doch die allerletzte Phase des alten Jahrtausends hinter uns gebracht haben, eines steht fest: für uns war es das erste Jahr einer neuen (Schul-) Zeitrechnung, nämlich das erste Jahr, das wir alle gemeinsam in unserem neuen Schulgebäude verbracht haben. Das hat für die Organisation dieses Riesenbetriebes - es handelt sich immerhin um etwa 1000 unter diesem Dach arbeitende Menschen - eine deutliche Entlastung gegenüber dem Vorjahr gebracht: kein Pendeln von Lehrer/innen mehr, keine doppelte Administration, keine aufwändige Binnenkommunikation zwischen den beiden Standorten, keine Identifikationsprobleme von „Noch-Singriener-Schüler/innen und -Lehrer/innen mit dem Standort Draschestraße. An diesem neuen Standort tauchen aber auch neue Herausforderungen auf. Als Schulleiter macht es mich verständlicherweise stolz, wenn von nah und fern Eltern ihre Kinder unbedingt in unsere Schule schicken wollen oder wenn ich immer wieder höre bzw. lese, was für guten, nicht nur auf dem neuen Gebäude gründenden, Ruf unsere Schule hat. Ich will auch nicht verhehlen, dass die Möglichkeit, aus vielen Bewerber/innen auszuwählen, sehr positive Nebeneffekte hat (zum Beispiel was die Leistungsbereitschaft der aufgenommenen Schüler/innen und die soziale Lernwilligkeit betrifft), aber dieser Run hat auch seine Schattenseiten: So ist das Aufnahmeverfahren der Schüler/innen in die 1. Klassen wegen des groben Missverhältnisses zwischen der großen Zahl der Anmeldungen und den beschränkten vorhandenen freien Plätzen inzwischen zu einer organisatorisch, aber vor allem menschlich sehr belastenden Aufgabe geworden. Das gilt speziell dort, wo unsere Schule etwas besonders Attraktives anzubieten hat wie etwa eine bilinguale Klasse. Wer wird aufgenommen, welche Kriterien gelten, wie ist der entsprechende Gesetzes- bzw. Erlasstext exakt auf unsere Situation anzuwenden? Wenn schon Zeugnisnoten ausschlaggebend sind, wie aussagekräftig sind diese tatsächlich? usw. Es gibt an der Draschestraße auch bereits ein Raumproblem! Sprachteilungsräume müssen in Stammklassenräume umgewidmet werden, die Erstellung des Stundenplanes für Leibesübungen war trotz der tollen neuen Dreifachturnhalle schon heuer ein Kunststück, und im nächsten Jahr, wenn alle Klassen besetzt sind, wird die Abwicklung des Turnunterrichts nur noch unter Heranziehung von Aushilfslokalitäten (beispielsweise werden die 2. Klassen ins Amalienbad zum Schwimmen fahren müssen) funktionieren, kurz gesagt, wir werden in absehbarer Zeit aus allen Nähten platzen... immer vorausgesetzt, der Andrang an unsere Schule hält ungebrochen an, und alles spricht für diese Annahme. Was heißt das für unsere zukünftige Entwicklung? Nun, spätestens sobald wir als Einzelschule in der Bewältigung dieses Andranges unser Potenzial an Kreativität und Erfindungsgeist ausgeschöpft haben, ist hier natürlich die Schulverwaltung, aber auch die Bildungspolitik und die Raumplanung gefordert: es müssen Eltern und Kindern sinnvolle Alternativen angeboten werden, etwas, was die Schule selbst nicht tun kann... Lassen Sie mich abschließend aus der Fülle von Themen, die dieser Jahresbericht für Sie, für Euch darbietet, nur noch zwei herausgreifen, die mir besonders am Herzen liegen, die Schulbibliothek und der Bilinguale Zweig:
Ich bin davon überzeugt, dass dieser Schulversuch zukunftsweisend ist, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen in unserem Lande. Gerade in Zeiten wie diesen, um das alte Kreisky-Wort noch einmal aufzugreifen, scheint es mir besonders wichtig, dass wir damit ein Signal setzen für die Öffnung unseres Landes nach außen, für unsere aktive Teilnahme am „Projekt Europa, und was könnte hierfür eine bessere Grundlage sein als diese systematische, vertiefende Heranführung unserer Kinder und Jugendlichen an europäische Sprache und Kultur! Das Modell des Vienna Bilingual Schooling könnte da wegweisend sein. Liebe Schüler/innen, Eltern und Kolleg/innen, da verblüffenderweise schon wieder ein Schuljahr vorbei ist, bleibt mir nur noch, Ihnen eine angenehme Lektüre, einen erfolgreichen Schulschluss und wunderschöne Ferien zu wünschen. |